Leitfaden

Antizipation der sieben wichtigsten globalen Marktzugangstrends: Ausblick auf die Gesundheitslandschaft von Cencora 

Das globale Gesundheitswesen erlebt fundamentale Veränderungen, die durch große politische Veränderungen und herausfordernde Entscheidungen der Kostenträger eingeleitet werden. 

Während bahnbrechende Gesetzesänderungen und zunehmender globaler Preisdruck die klaren Hauptdarsteller sein mögen, gibt es andere Veränderungen – modernste technologische und medizinische Innovationen, das Wachstum potenziell heilender Therapien –, die vor dem Hintergrund der Unsicherheit in verschiedenen Regionen auftreten. In den Vereinigten Staaten wird der Inflation Reduction Act nicht nur den Preisdruck auf teure und stark genutzte Produkte erhöhen, sondern auch nachgelagerte Auswirkungen auf den Patientenzugang haben. Weltweit erwarten Kostenträger weiterhin, dass Hersteller den Wert ihrer Produkte für das Gesundheitssystem und die Patienten nachweisen.  

Angesichts dieses sich ständig verändernden Umfelds bietet das Marktzugangsteam von Cencora Einblicke in die wichtigsten Trends, die das Gesicht des Marktzugangs verändern. Im Jahr 2024 werden alle Beteiligten ein klareres Verständnis dafür benötigen, wie sich diese dynamischen Trends auf den Patientenzugang zu innovativen Therapien auf den globalen Märkten auswirken werden.

 

1. Druck auf die Arzneimittelpreise


Während der Druck auf die Arzneimittelpreise für die Hersteller in den meisten globalen Märkten – insbesondere in der Europäischen Union (EU) – seit Jahren eine Realität ist, entwickelt sich dieser Druck für die Industrie in den Vereinigten Staaten zu einer neuen Realität.

Schwerpunkte:


  • Der Inflation Reduction Act (IRA) läutet eine neue Ära der staatlichen Preiskontrolle, der Verhandlungen und des Drucks auf die Hersteller ein.
  • Die Verhandlungen im Medicare-Abkommen dürften sich in Zukunft auf Innovationen in der gesamten Branche auswirken.
  • Die Neugestaltung von Medicare Part D wird die Auslagen für Patienten deckeln, aber Hersteller und Teil-D-Pläne müssen sich an der Kostenlast beteiligen.
  • Eine höhere finanzielle Haftung für Teil-D-Pläne wird im Jahr 2025 wahrscheinlich zu engeren Rezepturen, einem besseren Nutzungsmanagement, höheren Prämien und einer geringeren Verfügbarkeit von Plänen führen.

Auch in Europa hat die Europäische Kommission im April 2023 ihren Vorschlag zur Reform der EU-Arzneimittelgesetzgebung veröffentlicht.

  • Ein wesentliches Ziel dieser Rechtsvorschriften besteht darin, die Arzneimittelpreise zu senken, indem ein früherer Markteintritt von Biosimilars ermöglicht und der Austausch bewährter Verfahren zur Preisgestaltung und Kostenerstattung zwischen den Mitgliedstaaten erleichtert wird.1

 

2.  Vollständiger EU-Marktzugang


In den nächsten Jahren zeichnen sich bedeutende Gesetzesänderungen in Europa ab. Die bekannteste ist die EU-Verordnung über die Bewertung von Gesundheitstechnologien (Health Technology Assessment Assessment, HTAR), aber die Europäische Kommission hat ein Arzneimittelpaket vorgeschlagen, mit dem die allgemeine EU-Arzneimittelgesetzgebung überarbeitet und Arzneimittel zugänglicher und erschwinglicher gemacht werden. Einzelne Mitgliedstaaten arbeiten auch an weiteren Gesundheitsreformen.

Schwerpunkte:

  • In Spanien zielt ein Königlicher Erlass darauf ab, die HTA-Regulierung zu überarbeiten, indem Änderungen an den Strukturen und Prozessen der Governance-Organe vorgenommen werden, zusätzlich zur Implementierung gesundheitsökonomischer Bewertungen, die vom Ansatz des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) inspiriert sind.2
  • In Italien wurden bedeutende Reformen bei der italienischen Arzneimittelagentur (AIFA) durchgeführt, darunter die Zusammenlegung des Technischen und Wissenschaftlichen Ausschusses (CTS) und des Ausschusses für Preisgestaltung und Kostenerstattung (CPR) zu einer einzigen Einrichtung, der Wissenschaftlichen und Wirtschaftlichen Kommission für Arzneimittel (CSE). Dieses einheitliche Gremium wird für die Durchführung wissenschaftlicher Bewertungen sowie für Preis- und Erstattungsentscheidungen zuständig sein.3
  • Ziel beider Länder ist es, einen gleichberechtigten Zugang zu innovativen Arzneimitteln und neuen Medizinprodukten in den einzelnen Ländern und in der gesamten EU zu gewährleisten, insbesondere in folgenden Bereichen:
    • Bürokratieabbau und Redundanz in allen Mitgliedstaaten
    • Beschleunigung des Zugangs zu innovativen Arzneimitteln
    • Erleichterung der Herausforderungen bei der Erschwinglichkeit für Patienten durch größere Preistransparenz, innovative Zahlungssysteme, Gesundheitsmodelle für die Bevölkerung und ergebnisorientierte Vereinbarungen.

 

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